E-toll Ungarn

Was ist HU-GO?

Bald wird auch in Ungarn das streckenabhängige, elektronische Mautsystem (M) eingeführt, das auf den Namen HU-GO getauft wurde.

 

Das am 1. Juli 2013 anlaufende Mautzahlsystem beinhaltet die ausgewählten Abschnitte des ungarischen Straßennetzes (Autobahnen, Schnellstraßen und Hauptstraßen), gebührenpflichtige Straßenabschnitte mit einer Gesamtlänge von 6 513 km.

 

Das HU-GO System entspricht der in 2004 verabschiedeten Direktive der Kommission der Europäischen Union (2004/52/EG), welche die Aufstellung des Europäischen Elektronischen Mautdienstes (European Electronic Toll Service – EETS) vorsieht.

 

Welche Fahrzeuge sind von dem neuen Mautzahlsystem betroffen?

Ab dem 1. Juli sind alle Lastkraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen auf den ausgewählten Straßenabschnitten gebührenpflichtig. Die Kategorieeinstufung der Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen geschieht aufgrund der Achsenzahl: zu der Kategorie J2 gehören die Fahrzeuge mit zwei, zu J3 die mit drei, während die Fahrzeuge mit vier (oder mehr) Achsen zu der Kategorie J4 gehören.

 

Wie ändert sich der Tarif der Straßennutzung?

Die zu zahlende Gebühr ist proportional mit der zurückgelegten Strecke, so hängt diese von dem genutzten Straßentyp (Autobahn, Schnellstraße oder Hauptstraße), beziehungsweise von der Kategorie (J2, J3, J4), sowie der Umweltschutzeinstufung des Kraftfahrzeuges ab.

 

Brutto Tarif der Straßennutzung (Ft / km)

Umweltschutz-
kategorie
Gebührenkategorie J2 Gebührenkategorie J3 Gebührenkategorie J4
Schnellstr. Hauptstr. Schnellstr. Hauptstr. Schnellstr. Hauptstr.
A (≥ EURO III.) 42,41 18,04 59,52 31,23 86,70 54,07
B (EURO II.) 49,89 21,23 70,02 36,75 108,38 67,60
C (EURO I.) 57,38 24,41 80,53 42,26 130,06 81,11

 

Autobusse (B2) und die zu der Kategorie D1 gehörenden Fahrzeuge können die Straßennutzungsberechtigung auch weiterhin im e-Vignetten-System erwerben.

 

Wie funktionieren Mauterklärungen im neuen System?

Die Mauterklärung im HU-GO-System ist in zwei verschiedenen Weisen möglich:

1.   Mit einem Bordgerät (mit Hilfe eines Mautmanagers)

2.   Mit einem Streckenticket im Vorverkauf

 

1. Mit Hilfe eines Bordgeräts (Mautmanager)

Die Abrechnung der zurückgelegten Strecke geschieht aufgrund der gesammelten Koordinaten eines im Fahrzeug platzierten Bordgerätes. Das Funktionsprinzip ist, dass ein Unternehmen, das GPS-basierte Fahrzeugerfassungsdienstleistungen anbietet, als sog. Erklärungsdienstleister die aus dem Fahrzeug empfangenen Daten in Richtung ÁAK weiterleitet. Die Benutzer können ihre Schulden durch Vorauszahlung (prepaid) ausgleichen, was bedeutet, dass sie das bei der Registration angelegte (bei der ÁAK geführte) Kundenkonto vorab aufladen müssen. Der Saldo dieses Kontos stellt die Deckung der Nutzung der mautpflichtigen Straßen dar.

Voraussetzung für die Anwendung sind die vorherige Registration des Benutzers beim Mautdienstleister (ÁAK) und der Vertragsabschluss mit einem Erklärungsdienstleister.

Wir empfehlen diese Lösung denen, die die mautpflichtigen Streckenabschnitte öfters nutzen. So kann diese Mauterklärungsmethode eine bequeme Lösung darstellen.

 

2. Streckenticket im Vorverkauf

Das Streckenticken bietet ausschließlich für die geplante Strecke eine einmalige Nutzungsberechtigung und ist vor der mautpflichtigen Straßennutzung zu erwerben (der Erwerb ist maximal 30 Tage im Voraus möglich).

Das im Vorverkauf erworbene Streckenticket ist 2 Kalendertage, das unmittelbar vor der Inanspruchnahme der mautpflichtigen Abschnitte erworbene Streckenticket ist bis Ende des nächsten Kalendertages gültig.

Diese Dienstleistung ist für Kunden vorteilhaft, die gebührenpflichtige Streckenabschnitte in Ungarn nicht regelmäßig, aber an vorab geplanten Reiserouten benutzen möchten.

 

Mautkontrolle

Die Aufspürung der unbefugten Straßenbenutzung wird im ungarischen Mautsystem grundsätzlich mittels ortsgebundener Mautkontrollstationen (Portale) und in Trägerfahrzeuge installierter mobiler Mautkontrolleinrichtungen erfolgen.

Zusätzlich zu den vorhandenen Mautkontrolleinrichtungen werden 74 neue ortsfeste Kontrollstellen und 45 neue mobile Kontrolleinheiten die ständige Überprüfung des landesweit erstreckten mautpflichtigen Straßennetzes, beziehungsweise die Unterstützung der behördlichen Maßnahmen im fahrleistungsabhängigen Mautsystem Ungarns unterstützen. Die Fahndung der unbefugten Straßenbenutzer wird der Polizei obliegen, die zu diesem Zweck mit 50 neuen mobilen Strafstellen ausgestattet wird. Darüber hinaus werden weitere Kontrollstellen an der Ausfahrtsseite der von den betroffenen Fahrzeugen benutzten Grenzübergänge errichtet. Die unberechtigte Straßenbenutzung wird mit Verwaltungsstrafen sanktioniert.

Bei Erkennung einer Ordnungswidrigkeit kann die Auferlegung der Verwaltungsstrafe in zwei unterschiedlichen Weisen erfolgen:

  • bei der Vor-Ort-Kontrolle – durch Anhalten – gegen den Straßenbenutzer;
  • ohne Anhalten, mit Anwendung des sog. Grundsatzes der objektiven Haftung gegen den ins Fahrzeugregister eingetragenen Besitzer/Halter.

Bei Ausländern ist die Einbringung der ohne Anhalten auferlegten Geldbuße auch nachträglich, d.h. bei der nächsten Einreise des unberechtigten Straßenbenutzers ins Land möglich.
Quelle: www.autopalya.hu